29.05.1453 Eine dichterische Freiheit?

ZonaroFSM

Nachdem 20.April ein Seekampf für die Osmanen erfolglos blieb, ließ am 22. April Mehmed hinter Pera, verdeckt von einem Hügel und für die Verteidiger nicht zu beobachten, eine Schiffstransportstraße einrichten. Der ehemalige Janitschare Konstantin aus Ostrovitza beschreibt in seinen Memoiren eines Janitscharen diese Schiffsrutsche recht genau:

[…] führte der Sultan die Schiffe auf sehr eigentümliche Weise und mit großem Aufwand herbei, worüber die ganze Stadt und das Heer in Verwirrung gerieten. Und zwar tat er das folgendermaßen: Bergaufwärts wurde ein Graben angelegt, der mit Balken ausgeschlagen und dick mit Fett eingeschmiert war; darüber hinaus wurden für jedes Schiff richtige Segel hergestellt. Als man die Windsegel hochgezogen hatte, glitten alle 30 Schiffe eins nach dem anderen wie über Wasser hinweg, bei Fahnenschwingen und Trommelwirbel, die Kanonen feuerten.

Innerhalb weniger Tage wurde auf diese Weise die komplette osmanische Flotte über Land vom Marmarameer an das obere Ende des Goldenen Horns gezogen.

Einen derartigen Ereignis wird in den Quellen des Eroberungs Konstantinopels  nicht detailiert beschrieben. Besonders von osmanischen Historikern gibt es keine ausführliche Erklärung. Es war nicht möglich gewesen, dass man in einer Nacht mehrere Schiffe übers Land ziehen konnte bei solcher Topografie wie in den Peraviertel Istanbuls. Überlieferungen von diesen Geschehniss lesen wir besonders sehr detailiert in den Werk Historia Byzantina von Michael Dukas Nepos, der aber während der Belagerung und Eroberung sich auf der Insel Lesbos befand, und von Michael Critopulus , der sich auch in diesen Zeitraum auf dem Imbros befand.

Wahrgenommen wird es auf Grund mehrere osmanischer Historiker, sowie heutige Recherchien, dass die Schiffe am Ende des Goldenen Horns hergestellt worden und ins Wasser gesetzt sind.

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