Alem – Feldzeichen und Schellenbaum

ALEM (Feldzeichen) sind militärische Abzeichen, die die Zugehörigkeit zu einer Partei bzw. Herrschaft kenntlich machen. In diesem Sinne wurden auch die zeitweise verwendeten Kennzeichnungen der Kämpfer mit aufgenähten Zeichen oder Armbinden als Feldzeichen bezeichnet. Das Feldzeichen ist Symbol der Gemeinschaft, es wohnt dem Gegenstand selbst aber auch ein hoher Wert im moralischen Sinne inne. Dieser setzt sich aus dem der Gemeinschaft und dem eigenständigen, dem Feldzeichen zugeordneten Wert zusammen, das hierzu teilweise auch einem Weihe- oder Heiligungsvorgang unterzogen wird. Dem entspricht die weit gefasste Vorstellung einer dem Feldzeichen zukommenden Ehre, die teilweise über die einer Person hinausgeht, und die um jeden Preis zu verteidigen ist.

In den Armeen osmanischer Sultane, Paschas und Wesire, sowie in militärischen Janitschareneinheiten diente der Alem (Schellenbaum), der auch als Halbmond bezeichnet wurde, als Feldzeichen. Als Schellenbaum  war er je nach Rang des befehligenden Offiziers mit einer unterschiedlichen Anzahl von Pferdeschweifen ausgestattet. Bei Feldlagern stand der Schellenbaum vor dem Kommandozelt. Später benutzten zunächst österreichische und dann auch preußische Militäreinheiten den Schellenbaum, sahen ihn allerdings mehr als Statussymbol und trugen ihn bei Paraden den Musikzügen voran.

Osmanischer Schellenbaum

Der halbmondförmige Teil am oberen Teil der Tragestange weist als Herkunftsland auf die Türkei hin. In England heißt der Schellenbaum auch Turkish crescent. Der Ursprung selbst liegt vermutlich in China. Dieser kam über Indien nach Kleinasien und fand bei den Osmanen in den Musikgruppen der Janitscharen großen Anklang. Die angebrachten Pferdeschweife waren oft gefärbt und je nach Rang des Befehlshabers in der Anzahl unterschiedlich. Einem Sultan standen sechs, einem Wesir vier und einem Pascha zwei davon zu.

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