Die Sperrkette von Konstantinopel

Marine Museum

Die Sperrkette der Byzantiner diente während einer Belagerung die Zufahrt für feindliche Schiffe in das Goldene Horn wirksam zu blockieren. Zum ersten Mal zogen die Oströmer als Verteidiger während der Belagerung durch die Araber von 717 eine ca. 440 m lange massive Eisenkette über die Bucht. Ihre Glieder waren aus Gusseisen und jedes einzelne Stück etwa 20 cm lang. Sie wurden auf dem Wasser von hölzernen Flößen getragen. Die Kette und Flöße wurden auch während der Wintermonate einsatzbereit gehalten. Die Sperrkette der Byzantiner wurde auf der Stadtseite von den Turm Kentenarion aus angespannt und an einem Festungsartigen Turm, dem Kastellion, in Galata befestigt. Im “Kettenhaus” auf der Galata-Seite wurde die Kette mit Lasttieren (Ochsen, Pferden) unter spannung gesetzt.

Der Unterbau des Kastellion ist heute noch zu sehen.

Kentenarion Sperrkette der Byzantiner

Die Nakkash Zisterne

Die Nakkash Zisterne

Die Nakkash Zisterne ist aus dem 5.-6. Jahrhundert. Ein oströmisches Bauwerk. Als einer der 72 in Istanbul befindenden römisch – spätrömischen Wasserspeicher.

Vitrivius berichtet im fünften Teil seines achten Buches unter der Überschrift “Aquadukte, Brunnen und Zisternen” über die Isolierung. So dass das Wasser in den mit signinum versehenen Zisternen aufgefangen werden sollte, falls der Boden zu hart oder die Quelle zu tief liegen sollte. Signinum war eine Art Isolierung. Dass diese Isolierung das Wasser schmackhafter und klarer machen sollte. Es ist aus den folgenden Zeilen Vitrivius zu entnehmen: “Solche Anlagen müssen aus zwei oder drei Teilen bestehen, um das Wasser zu filtern. So wird das Wasser viel besser schmecken und gesünder sein. Denn wenn sich der Schlamm absetzen kann, wird das Wasser klarer sein. Auch keinen unangenehmen Geruch haben und den Geschmack wahren. Andernfalls muss das Wasser durch Beigabe von Salz geklärt werden.”

Aus diesen Informationen von Vitrivius versteht man, dass die römischen Zisternen auch als Ablagerungsbecken dienten.

Die Nakkash Zisterne

Ausgrabung: Theodosius Hafen – 35. Schiff gefunden

Theodosius Hafen

In den letzten Monat wurde in der 58.000 qm grossen Ausgrabungsfläche Theodosius Hafen der 35. Schiff gefunden. Es handelt sich um ein Kriegsschiff der Byzantiner. Es ist der Fünfte der bisher im gleichen Bereich gefundene Militärschiff.

Die Forscher haben sich besonders über die Entdeckung einer Dromone gefreut. Also eines der bedeutendsten Militärschiffe des oströmischen Reiches. Eine Dromone war zum Angriff ebenso gut geeignet wie zur Verteidigung. Hunderte dieser schlanken Galeeren kreuzten einst auf dem Mittelmeer. Jedoch erhalten war keine bis auf diese Funde.

Konstantinopolis 1203

Mit den gefundenen Wracks liegen zum ersten Mal Spuren aus dieser Zeit vor. Der Rumpf der Dromone war um 36 Meter lang und etwa viereinhalb Meter breit. Je 50 Ruderer saßen in zwei Etagen übereinander. Das Schiff konnte ein Tempo von sieben Seemeilen pro Stunde (13 km/h) erreichen. Bei einem Gefecht fuhr das Schiff mit seinem gepanzerten Rammsporn in gegnerische Schiff hinein. Danach wurde anschließend geentert. Für Angriffe aus größerer Entfernung gab es an Deck zwei Kampftürme für 30 bis 50 Soldaten. Sie schossen Brandpfeile auf den Gegner. Aus dem Siphon loderten meterlange Stichflammen.

Byz Schiff

Ausgrabung: Theodosius Hafen