Deutsche Kolonie am Bosporus

Deutsche Kolonie

Die Deutschen nahmen im letzten halben Jahrhundert des Osmanischen Reiches im wichtigen Maße am sozialen Leben der Stadt Istanbul teil. Umgekehrt gingen seit 1880 Studierende an Militärakademien und Medizinstudenten nach Deutschland. Folgend später auch Angehörige anderer Berufe begaben sich zur Ausbildung dorthin. Bisher eine fast unbekannte Sprache, wurde Deutsch an osmanischen Schulen als Fremdsprache unterrichtet. In der Folge entstand eine kleine Schicht mit mehr oder weniger guten Deutschkenntnissen. Andererseits sind das ganze 19. Jhd. entlang aus deutschsprachigen Raum Menschen unterschiedlicher Schichten und Berufen nach Istanbul ausgewandert. Es entstand eine deutsche Kolonie.

Ohne die deutschen Geschäfte oder Bierschenken zu sehen, war es unmöglich, durch das damalige Pera oder Galata zu gehen. In diesem Bezirk, der als Pera oder Beyoğlu bekannt war, lebten mehrheitlich Europäer. In seiner städtebaulichen Struktur unterschied sich der Stadtviertel auch von der Altstadt. Pera war ziemlich eigenartig europäisch geprägt.

Besonders im 19. Jahrhundert stärkten sich die Beziehungen des Osmanischen Reiches mit Europa. Das zeigte sich neben diplomatischen Beziehungen auch in den wirtschaftlichen Leben. Andererseits rückte eine Schicht gebildeter Osmanen näher an europäischen Lebensstil heran. Aus der Sicht der osmanischen Eliten war dabei westliche Kultur mit französischer Sprache und Kultur gleichbedeutend. Seit diesem Zeitpunkt trifft man in der osmanischen Hauptstadt auf eine wachsende deutschsprachige Kolonie. Um 1900 misst sie einige tausend Personen. Die Kooperationen zwischen dem Osmanen und dem Deutschen Reich vor dem Ersten Weltkrieg ließ die Kolonie weiter anwachsen. Besonders bis mit der Ausweisung fast aller deutschen und österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen am Weltkriegsende 1918 eine Zäsur eintrat.

Bosporus Deutsche

Heute beträgt die Deutsche Kolonie in der Bosporus-Metropole etwa 25.000 Leute. Sie werden als die Bosporus-Deutschen bezeichnet. Es sind die Familien, die schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerhaft in der Metropole Istanbul lebten. Weiterhin befinden sich über 1600 deutsche Unternehmen in Istanbul. Somit leben heute über 50 Tausend Deutsche in der Metropole.

Der Kücüksu Palast

Kücüksu Palast
Kücüksu Palast

Am Flüsschen Kücüksu befand sich ab dem 16.Jhd. ein Jagdschloss der Sultane. Die Sultane kamen nur für Ausflüge hierher und noch am selben Tag kehrten sie zurück. Sultan Abdülmecid ließ den Kücüksu Palast in Barock und Rokoko-Stil malerisch am Bosporusufer erbauen. Im Fall entstand aus weißen Marmor in europaischen Stil ein weiteres Palais in den Jahren 1856 und 1857. Andererseits die üppigen Ornamente an den Fassaden wurden erst später unter seinem Bruder, Sultan Abdülaziz, ergänzt.

Der Küçüksu Palast war nun als Lustschloss ein beliebtes Ausflugsziel. Dort stand kein einziges Bett, weil man wie früher morgens hin und abends wieder abreiste. Schliesslich diente Kücüksu viele Jahrzehnte als Picknickort für die Bevölkerung. In den Jahren 1980 bis 1983 restaurierte man das Gebäude aufwendig. Folgend wandelte man das Palais 1996 in ein Museum um.

Sehenswert ist der luxuriöse osmanische Ausflugspalast Küçüksu Kasrı, weil man von hier aus den besten Blick auf Rumeli Festung hat. Mit anderen Worten auf dem europäischen Ufer des Bosporus.

Kücüksu Palais
In der osmanischer Zeit fuhr man in den Bosporus mit den Booten hin und her.

Üsküdar – Die goldene Stadt

Üsküdar

Üsküdar ist heute ein Stadtteil von Istanbul, was früher vor der osmanischer Zeit als Scutarion und Chrysopolis (goldene Stadt) bennant wurde. Es war ein antiker Ort einer der wichtigsten Übergänge zwischen Kleinasien und Europa auf der Südseite des Bosporus.

Der Ort ist wohl im 6. Jhd. v. Chr. gegründet worden. Obwohl er von Kaiser Justinian I. “die größte Stadt des Abendlandes” genannt wurde, war er jedoch nie eine Stadt (POLIS), sondern nur ein Teil der Stadt Chalkedon.

Üsküdar wurde schon früher als Istanbul 1352 von den Osmanen erobert und in 15.-16. Jhd. völlig ausgebaut.

Üsküdar-goldene Stadt Goldene Stadt Üsküdar Üsküdar goldene Stadt

Es lohnt sich auch auf der asiatischer Seite einen Stadtrundgang zu machen.

Üsküdar , die goldene Stadt.

Kuzguncuk , ein Stadtviertel auf der asiatischer Seite

Kuzguncuk

Der Name Kuzguncuk soll von einer heiligen Person namens Kuzgun Baba gekommen sein. Es heisst, er lebte während der Zeit von Sultan Mehmet II. in der Gegend. Eine andere Version zufolge ist es eine Umwandlung einer früheren Namen, Kozinitza.

Während der byzantinischen Zeit, wurde dieser Ort Khrysokeramos genannt. Das bedeutet “goldener Fliesen”, wegen einer Kirche hier mit einem vergoldeten Dach. Juden, die aus Spanien und Portugal im späten 15. Jahrhundert vertrieben wurden, siedelten sich hier an. Als freiwillige Einwanderer, hatten sie mehr Freiheit über ihren Wohnort. Deswegen verließen viele die traditionelle jüdische Viertel von Istanbul wie Balat für Dörfer entlang des Bosporus.  So kamen sie auch nach Kuzguncuk. Die frühesten Zeugnisse der jüdischen Präsenz ist in der Nachbarschaft ist ein Grabstein datiert : 1562.

Heute ist Kuzguncuk als ein Viertel mit seinen schönen Holzhäuser und Cafes bekannt.

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