André Chéniers Geburthaus

André Chéniers Geburthaus

André Chénier wurde am 29.10.1762 in Istanbul geboren. André Chéniers Geburthaus befindet sich in den Galataviertel.  Sein Vater hatte seine Wurzeln aus einer adligen südfranzösischen Kaufmannsfamilie. Er ging nach Konstantinopel, weil seine Geschäfte durch den Siebenjährigen Krieg schlecht liefen. In Istanbul gingen seine Geschäfte bedeutend besser und die Familie erreichte einen gewissen Wohlstand. André war das vorletzte von fünf Kindern des Paares. Er war der ältere Bruder des Dramatikers Marie-Joseph Chènier.

Im Jahre 1765 verschlechterte die geschäftliche Situation des Vaters. Deswegen siedelte die Familie nach Paris über. Bis zu seinem 11. Lebensjahr blieb der junge André, zusammen mit seinem Bruder Marie-Joseph bei einem Onkel in Carcasonne. Demnach 1773 zog er zu seiner Mutter, die sich in Paris niederließ.

Ab 1782 für zwei Jahre war Chenier als Offiziersanwärter in Straßburg tätig. Dort traf er mit Philippe Brunck (1729-1803) zusammen. Die “Griechische Anthologie” von Brunck war die Grundlage vieler Gedichte Cheniers. Nachdem er nach Paris zurück kam, lebte er wieder bei seiner Familie und dichtete. Weil er in Geldnot geriet, bemühte er sich um eine Anstellung im Diplomatischen Dienst. Chénier arbeitete ab 1787 in London als Sekretär an der französischen Botschaft. Während dieser Zeit las er die Schriften von Milton und Shakespeare. Im April 1790 kehrte er ins revolutionäre Frankreich zurück.

André Chéniers als Gegner der Revolutionäre

Er begrüßte die Revolution als notwendiges Ereignis. Daher betrachtete er die Revolution mit der 1791 verabschiedeten Verfassung als erfolgreich beendet. So schrieb er in seinen Gedichten und Texten gegen die radikalen Revolutionäre im seiner Zeitung. Als die Jakobiner im August 1792 die Macht eroberten, sah sich Chénier immer mehr zu einer Existenz im Untergrund verurteilt. Er versuchte sich aktiv an der Rettung König Ludwigs XVI. zu beteiligen. Doch sene Versuche blieben erfolglos. Der König wurde im September 1792 abgesetzt und im Dezember angeklagt. Danach verbrachte Chénier die meiste Zeit in Rouen und Versailles. Dort schrieb er Verse und studierte verschiedene Dinge.

Am 07.03.1794 wurde Chénier verhaftet. Man brachte ihn für 141 Tage in das Gefängnis. Im Gefängnis schrieb er weiterhin seine Werke, die geheimlich rausgeschmuggelt wurden. Chénier wurde am 07.07.1794 vor das Tribunal gebracht und am nächsten Tage hingerichtet. Zu sener Lebzeiten wurden nur wenige seiner Gedichte veröffentlicht. Erst 1819 wurde die erste Edition seiner Gedichte publiziert. Somit beeinflusste er die Dichter der Romantiker. Das tragische Schicksal Chéniers inspirierte viel Autoren und Künstler.

André Chéniers Geburthaus befindet sich in dem Galataviertel in Istanbul. Das Haus ist der Han von St. Pierre und liegt Parallel zu der berühmten Bankenstrasse des Viertels.

Hippodrom von Melling

Hippodrom von Melling

Hipposrom von Melling

Hippodrom von Melling sind die Bilder des antiken Hippodroms in Istanbul. Das Hippodrom war die Pferderennbahn im antiken Konstantinopel. Es war das sportliche und soziale Zentrum der Hauptstadt des Byzantinischen Reiches. Das erste Hippodrom wurde zu einer Zeit gebaut, als die Stadt unter dem Namen Byzantion eine mittelmäßig wichtige Stadt war. Nach der Zerstörung wegen einen Bürgerkrieges baute man unter dem römischen Kaiser Septimius Severus den Hippodrom wieder aus. Die Vollendung wird in das Jahr 203 gesetzt.

1204 während des vierten Kreuzzugs wurde der Hippodrom, wie der Grosse Palast ausgeraubt und zerstört. Zum Beispiel die Quadriga wurde von den Venezianern als Kriegsbeute entführt. Allerdings ihre Pferde stehen heute als Kopie auf dem Markusdom in Venedig. Andererseits die aus Kupfer gefertigten Originale befinden sich im Museo di San Marco.

Antoine Ignace Melling

Antoine Ignace Melling (1763 – 1831) war ein Maler, Architekt und Reisender. Er ist berühmt für seine Veduten von Konstantinopel. In dieser Stadt lebte er 18 Jahre. Er war sogar kaiserlicher Architekt von Sultan Selim III und Hatice Sultan.

Geboren wurde Anton Ignaz Melling 1793  in Karlsruhe. Als junger Mann studierte er Architektur und Mathematik in Klagenfurt. Wahrend seiner Reisen kam er schließlich nach Konstantinopel als Mitglied des russischen Botschafters.  Hier wurde er der Prinzessin Hatice Sultan vorgeführt. Hatice Sultan hat vorgeschlagen Melling als Reich Architekt einzusetzten.

Die 18 Jahre als Reich Architekt gab Melling Pascha die privilegierte Gelegenheit , den osmanischen Hof zu beobachten. Er wurde mehr vertraut mit dem osmanischen Palast als jeder westlicher Künstler. Er machte viele detaillierten Zeichnungen des Sultans Palastes, osmanische Gesellschaft. Ausserdem malte er Veduten von Konstantinopel und seiner Umgebung. Er wurde als „konkurrenzlos Maler des Bosporus“ bekannt. Allerdings enthalten die Bilder Hippodrom von Melling eine übermäßige Menge an Details in dem Bemühen, die Wirklichkeit zu reflektieren. Er arbeitete in einer weitaus realistischer Weise.

Melling Hippodrom

Deutsche Kolonie am Bosporus

Deutsche Kolonie

Die Deutschen nahmen im letzten halben Jahrhundert des Osmanischen Reiches im wichtigen Maße am sozialen Leben der Stadt Istanbul teil. Umgekehrt gingen seit 1880 Studierende an Militärakademien und Medizinstudenten nach Deutschland. Folgend später auch Angehörige anderer Berufe begaben sich zur Ausbildung dorthin. Bisher eine fast unbekannte Sprache, wurde Deutsch an osmanischen Schulen als Fremdsprache unterrichtet. In der Folge entstand eine kleine Schicht mit mehr oder weniger guten Deutschkenntnissen. Andererseits sind das ganze 19. Jhd. entlang aus deutschsprachigen Raum Menschen unterschiedlicher Schichten und Berufen nach Istanbul ausgewandert. Es entstand eine deutsche Kolonie.

Ohne die deutschen Geschäfte oder Bierschenken zu sehen, war es unmöglich, durch das damalige Pera oder Galata zu gehen. In diesem Bezirk, der als Pera oder Beyoğlu bekannt war, lebten mehrheitlich Europäer. In seiner städtebaulichen Struktur unterschied sich der Stadtviertel auch von der Altstadt. Pera war ziemlich eigenartig europäisch geprägt.

Besonders im 19. Jahrhundert stärkten sich die Beziehungen des Osmanischen Reiches mit Europa. Das zeigte sich neben diplomatischen Beziehungen auch in den wirtschaftlichen Leben. Andererseits rückte eine Schicht gebildeter Osmanen näher an europäischen Lebensstil heran. Aus der Sicht der osmanischen Eliten war dabei westliche Kultur mit französischer Sprache und Kultur gleichbedeutend. Seit diesem Zeitpunkt trifft man in der osmanischen Hauptstadt auf eine wachsende deutschsprachige Kolonie. Um 1900 misst sie einige tausend Personen. Die Kooperationen zwischen dem Osmanen und dem Deutschen Reich vor dem Ersten Weltkrieg ließ die Kolonie weiter anwachsen. Besonders bis mit der Ausweisung fast aller deutschen und österreichisch-ungarischen Staatsangehörigen am Weltkriegsende 1918 eine Zäsur eintrat.

Bosporus Deutsche

Heute beträgt die Deutsche Kolonie in der Bosporus-Metropole etwa 25.000 Leute. Sie werden als die Bosporus-Deutschen bezeichnet. Es sind die Familien, die schon seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerhaft in der Metropole Istanbul lebten. Weiterhin befinden sich über 1600 deutsche Unternehmen in Istanbul. Somit leben heute über 50 Tausend Deutsche in der Metropole.

Postkarte Constantinople

Constantinople Postkarte
19.Jhd.

Die Postkarte Constantinople zeigt viele Eigenschaften der Stadt Istanbul. Man sieht einige Sehenswürdigkeiten, sowie auch einige Berufstätigkeiten auf der Postkarte geschildert.

In der Mitte der Karte sehen wir den Hafen im Vordergrund, dahinter den ersten Hügel mit der Hagia Sophia. Seit der Gründung der Stadt war das Goldene Horn der Hafen der Stadt gewesen. Noch heute findet man an der Einmündung des Goldenen Horns mehrere Fähreanlegestellen. Die Hagia Sophia, die man heute an der gleichen Lage findet , ist aus dem 6.Jhd. Zuerst diente sie als Kirche und in der osmanischer Zeit als eine Moschee. Auf der Postkarte ist sie deswegen als Moschee bezeichnet.

Links von der Karte sehen wir den Galataturm in dem Galataviertel. Es liegt gegenüber der Altstadt und war bis zum 18.Jhd. der höchste Punkt des Galataviertels gewesen. Vor der osmanischer Zeit diente der Turm als ein Verteidigung- und Wachturm. Unter den Osmanischer Herrschaft war es ein Feuerwehrturm.

Rechts in der Postkarte Constantinople sehen wir einen Cafe. Kaffeehäuser in der Türkei haben eine interessante Geschichte. Erfahren Sie mehr bei einem Stadtrundgang , während sie in einem traditionellen Cafe sitzen über die Geschichte der Kaffeehäuser .

Berufstätige

Links vorne ist ein “Ramoneur” , ein Schornsteinfeger abgebildet. Es gab mehrere hunderte von Schornsteinfeger, die dafür sorgten die Schornsteine sauber zu halten. Einer der besonderen Katastrophen der Istanbuler Geschichte waren die Grossbrände gewesen. Die Brände, die immer wieder grössere Stadtteile vernichtet haben.

Für lange Zeit waren auch Wasserträger in der Stadt tätig gewesen. Obwohl schon seit Jahrhunderte die Stadt über eine Wasserversorgung verfügte, kam das Wasser über die Wasserleitungen in den Strassen an, aber nicht an den Häusern. Dafür brauchte man die Wasserträger. Sie haben das Wasser von den Brunnen bis zu den Häusern gegen ein Obulus getragen.

Wie man sieht, findet man in einer Postkarte schon vieles über die Geschichte und Leben der Stadt Istanbul, also kann ein Stadtrundgang durch die Stadt ein richtiges Erlebnis werden.