Herbstmorgen in Istanbul

Herbstmorgen Istanbul
Herbstmorgen in Istanbul


Bosporus Hafen Istanbul Herbst

Herbstmorgen

Die Wolken ziehn, wie Trauergäste,
Den Mond still – abwärts zu geleiten;
Der Wind durchfegt die starren Äste,
Und sucht ein Blatt aus beßren Zeiten.

Schon flattern in der Luft die Raben,
Des Winters unheilvolle Boten;
Bald wird er tief in Schnee begraben
Die Erde, seinen großen Toten.

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite,
Es bangt ihn vor des Eises Ketten;
Drum stürzt er fort und sucht das Weite,
Als könnt’ ihm Flucht das Leben retten.

Da mocht’ ich länger nicht inmitten
So todesnaher Öde weilen;
Es trieb mich fort, mit hast’gen Schritten
Dem flücht’gen Bache nachzueilen.

Theodor Fontane

Herbstmorgen in Istanbul

Dolmabahçe Bucht

Dolmabahce (1)

Ursprünglich war Dolmabahçe eine Bucht, in der die osmanische Flotte ankerte. In dieser verlandete Bucht entstand im 17. Jahrhundert ein königlicher Garten mit mehreren kleineren Schlössern und Sommerresidenzen. Der Bereich wird im Osten vom Bosporus, im Westen von einem steilen Geländeabbruch begrenzt, wo an der Küste in der Mitte des 19. Jhds.der neue Palast in europäischen Stil, der Dolmabahçe Palast, gebaut wurde.

Dolmabahce (2) Dolmabahce

YALIS – Uferhäuser am Bosphorus

Yali B

Yalis , die Uferhäuser am Bosphorus

“ Eine perfekte Aussicht ist von jedem zu erleben, der das asiatische Ufer des Bosporus von Anadolu Hisar aus hinaufrudert … Dieser Blick und der gesamte Raum, sind das Kostbarste in dieser Art ganz Konstantinopels, sogar auf der ganzen Welt. ”

So beschrieb der amerikanische Schriftsteller H.G. Dwight 1907  die Küste des Bosporus und das älteste erhaltene Yali.  Das älteste Yali war das Haus von Koprulu Amcazade Huseyin Pasha. Er diente im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts unter dem osmanischen Sultan Mustafa II. als Großwesir. Obwohl die Farbe der Terrakotta-Rose längst verblasst ist und die Hölzer ermüdet sind, steht das prächtige Haus immer noch am Bosporus, einem der mehreren Dutzend verbliebenen Yalis der ehemaligen osmanischen Elite.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, als sich das Reich ausdehnte, wurde es für osmanische Wesire, zivile und militärische Paschas zur Mode, Sommerhäuser entlang des Bosporus zu bauen. Diese Häuser wurden Yalis genannt, ein Wort, das vom griechischen Yialos abstammt.

Besonderheiten der Yalis

Yalis dienten ihrer Zeit als extravagante Rückzugsorte, in denen die Eigentümer und ihre Familien dem geschäftigen Treiben der Stadt entkommen konnten. Heute jedoch sind Istanbuls verbliebene Yalis Einblicke in die osmanische Hochkultur über mehr als zwei Jahrhunderte. Die soziale Stellung ihrer Eigentümer gab diesen Häusern wichtige Rollen in Gesellschaft, Politik und Architektur.

Nur noch eine Handvoll der frühesten Yalis stehen. Diese waren ausnahmslos aus Holz gebaut und mit roten Ziegeln gedeckt. Die Außenwände waren in einem tiefen Erdrot gefärbt, das als osmanische Rose bekannt war, wodurch sich die Fassaden mit ihren rosa Kirschblüten, grünblättrigen Kastanien und schlanken, dunklen Zypressen von den bewaldeten Hängen abhoben. Während des 18. und 19. Jahrhunderts führte die zunehmende Popularität des europäischen Geschmacks dazu, dass die traditionelle rote Fassade durch Pastelltöne ersetzt wurde.

Die Anordnung der Zimmer in jedem Yali geht auf die frühesten türkischen Häuser zurück, die wie die Türken selbst auf Zentralasien zurückgeführt werden können. Vom Sofa oder vom zentralen Salon, führten Innentüren in vier Eckräume.

Uferhaus

Sadullah Uferhaus

Yali 1

Yali 2

Die Anatolische Festung

Die Anatolische Festung

Die Anatolische Festung ist eine am kleinasiatischen Bosporusufer liegende Burg. Sie wurde im Jahr 1395 unter Sultan Yıldırım Beyazid im Bosporus errichtet. Die Burg kontrollierte zusammen mit der Rumeli Hisarı am anderen Ufer den Schiffsverkehr auf dem Bosporus.

Die Errichtung der Festung hatte die erste Funktion, die  Belagerungsversuche von Konstantinopel im 14.Jhd. zu unterstützen. Andererseits war die Anatolische Festung dafür zuständig, den Seehandelsweg zum Schwarzen Meer zu kontrollieren. Außer der Osmanen hatten die Venezianer und Genuesen auch starkes Interesse an der Kontrolle der Meerenge. Nach der Eroberung von Konstantinopel, diente die Festung als ein Gefängnis.

Das Dorf Anadolu Hisarı besteht aus denkmalgeschützten alten Holzhäusern. Es besitzt auch einen kleinen Hafen am Göksu Fluss.