Kaiserliche Sarkophage

Porphyr-Sarkophage
Die Porphyr-Sarkophage der Kaiser im Hof Archäologisches Museum

Kaiserliche Sarkophage

“Hier liegt der Knecht Gottes …”

Ein Geheimtipp sind die rote Sarkophage aus Porphyr, die man in Istanbul finden kann. Der rote Marmor war im alten Konstantinopel nur der Kaiserfamilie vorbehalten. Leider ist nicht ganz klar, wer in diesen Sarkophage bestattet wurde. Nach den byzantinischen Schriftquellen, vor allem im Zeremonienbuch Kaisers Konstantins VII. Porphyrogennetos waren im konstantinischen Mausoleum und in der Apostelkirche neun Kaiser und eine Kaiserin -Eudoxia- in Sarkophagen aus ägyptischem Porphyr beigesetzt. Das betrifft die Zeit zwischen Konstantin dem Großen und Markian. In Istanbul sind heute noch acht Porphyrsarkophage ganz oder in Teilen erhalten. Nach ausführlicher Arbeiten  anhand von Auswertung der Schriftquellen und ikonographische Untersuchungen wurden vier der erhaltenen Porphyrsarkophage mit Vorbehalt bestimmten Kaisern zugeschrieben. Dise waren die Kaiser Konstantin, Konstantios II., Julian Apostata und die Kaiserin Eudoxia.

Das Typikon des Klosters Theotokos berichtet von zwei geschossige Kirchen, wo der Unterbau einen eigenen Zugang besass und für Bestattungen diente. Aber wenn es keine zweigeschossige Kirche war, dann gab es Nebengebäuden der byzantinischen Kirchen, die die gleiche Funktion erfüllten. Besonders wurden Kaiser und Kaiserinnen in den Klöstern bzw. Kirchen ihrer Stiftungen bestattet.

Porphyr-Sarkophage

Ein Stadtrundgang im Thema byzantinische Sehenswürdigkeiten mit der Hagia Eirene und Archeologisches Museum bringt sie Näher mit der kaiserliche Sarkophage.

Mosaik Bilder aus dem Grossen Palast

Mosaik Bilder

Das große byzantinische Palastmosaik in Istanbul ist eines der Meisterwerke spätantiker Mosaikenkunst. Die Mosaik Bilder aus dem Grossen Palast sind eigenlich ein einziges Teil. Es wurde nach fünfzehnjähriger Forschungs-, Restaurierungs- und Konservierungsarbeit ab 1. Dezember 1997 der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Mosaik, das durch britische Archäologen bereits vor dem zweiten Weltkrieg gefunden wurde, gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Entdeckungen dieses Jahrhunderts. Es bildete den Schmuckfußboden im Peristylhof einer Palastaula und bedeckte einst eine Fläche von 1872 m2. Von dem in der Zeit Kaiser Justinians I. (527-565 n. Chr.) im Zuge einer Vergrößerung und Neugestaltung des Palastbezirks in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts n.Chr. geschaffenen Kunstwerks sind zwar nur mehr rund 250 m2 erhalten, dennoch bietet das Mosaik eine eindrucksvolle Vorstellung byzantinischer Palastausstattung. Das erhaltene Bildrepertoire zeigt Szenen des menschlichen Lebens, der Mythologie und der Tierwelt. Zu den figürlichen Bildmotiven kommen landschaftliche, botanische und architektonische Elemente. Heute können noch 90 verschiedene Bildthemen mit etwa 150 Menschen- und Tiergestalten gezählt werden.

Sehr hochwertige Werkstoffe wie Kalksteinwürfel, Terrakotta, Glaswürfel und Halbedelsteine mit einem vielfältigen Farbenspektrum wurden für die Herstellung des Mosaiks verwendet. Bei einer Kantenlänge der Mosaikwürfel von fünf Millimeter ergibt sich, daß pro Quadratmeter rund 40.000 Steinchen versetzt worden sein mußten, bei der ursprünglichen Gesamtfläche mußten demnach insgesamt 75 bis 80 Millionen Mosaikwürfel verarbeitet worden sein.

Mosaik

Um schließlich eine adäquate museologische Präsentation zu gewährleisten, wurde ein moderner Schutzbau errichtet. Die Bildfragmente und kleineren zusammenhängenden Mosaikteile aus der Südwest- und Nordwesthalle des Peristylhofes im Ausmaß von 70 m2 werden nun, in Zementmörtelplatten gegossen, an den Wänden dieses Museums präsentiert. 170 bis 180 m2 misst die in der Nordosthalle des Hofes erhalten gebliebene zusammenhängende Fläche gesamt. Die Mosaik Bilder kann nach der gelungenen Konservierung wieder in situ besichtigt werden.

Die Tetrarchen von Konstantinopel

Tetrarchen

Eine Porphyrgruppe, die nach dem vierten Kreuzzug 1204 von Konstantinopel nach San Marco in Venedig gebracht wurde, zeigt die vier Herrscherpersönlichkeiten. Es sind die sog.Tetrarchen, die sich an der Südfassade der Markuskirche befinden.

Es handelt sich um zwei Porphyrplatten mit vier Reliefdarstellungen, in der vier kaiserliche Personen (293-313) zu sehen sind. Jeweils zwei der Kaiser sind mit einer engen Umarmung zu einem Paar verbunden. Alle Figuren sind gleich groß, tragen eine gleich ausgearbeitete Schutzpanzerung und einen schweren Soldatenmantel. Sie sind mit einem Schwert bewaffnet und ihr Haupt wird von flachen Kappen bedeckt. Die Benennung der Tetrarchen der Porphyrgruppe von links nach rechts sind: die Caesares Galerius und Constantius, dann die Augusti Diokletian und Maximian. Sie standen in Konstantinopel auf den Philadelphion, nach Erwähnungen der byzantinischen Quellen.